Trading-GmbH

Was ist eine Trading-GmbH?

Die Trading-GmbH ist eine Kapitalgesellschaft deren Geschäftszweck sich auf “Investition und Trading" ausrichtet. Die rechtlichen Grundlagen hinsichtlich Gründung, Gesellschaftervertrag, Haftung etc. unterscheiden sich nicht von jeder anderen GmbH und auch die Verpflichtung Stammkapital einzuzahlen  bleibt bestehen. Die Grundzüge der Besteuerung sind identisch mit denen einer vermögensverwaltenden GmbH.

Welche konkreten steuerlichen Vorteile bietet die Trading-GmbH?

Wer privat investiert, muss seine Gewinne über die Einkommensteuererklärung ausweisen und als Kapitalerträge (Steuersatz 25 Prozent) versteuern. Eine GmbH unterliegt aufgrund von Steuerprivilegien beim Handel von Wertpapieren einem durchschnittlichen Steuersatz von nur 1,5 %. Des Weiteren kann der erzielte Gewinn einer GmbH vor Steuern noch um die notwendigen Ausgaben gemindert werden. Hierzu zählen zum Beispiel Aufwendungen für den Steuerberater, unternehmensrelevante Fortbildungen, Arbeitszimmer, Internet, Betriebswagen, Computer oder ein Handy. Dies sind Ausgaben, die man als Privatperson nicht in voller Höhe als Werbungskosten geltend machen kann, sondern nur 801 EUR (unverheiratet). 

Für das Trading von Termingeschäften/Derivaten (CFDs, Optionen, Futures usw.) existiert seit dem 1.1.2021 eine enorme Einschränkung für Personen, die im Privatvermögen handeln: Der Verlust ist auf 20.000 € pro Jahr beschränkt. Diese steuerrechtliche Absurdität kann mit Hilfe einer GmbH umgangen werden.​

Besteuerung der Tradinggeschäfte

Alle Reingewinne aus Termingeschäften werden in der GmbH mit 15% Körperschaftsteuer und nochmals ca. 15% Gewerbesteuer (Gewerbesteuerhebesatz variiert je nach Gemeinde) belegt. Vereinfacht kann man sagen, dass der Reingewinn mit 30% besteuert wird. Die Verluste aus Termingeschäften werden jedoch nicht mit den übrigen Einkünften der Trading-GmbH (z.B. Gewinne aus Aktienveräußerungen) verrechnet, sondern es wird ein "Topf" für Termingeschäfte eingerichtet gem. § 15 Abs. 4 S. 3 EStG. Entsteht in einem Kalenderjahr ein Verlust aus Termingeschäften, wird dieser in das Folgejahr fortgeschrieben und kann mit den Gewinnen verrechnet werden.

Für wen eignet sich die Gründung einer Trading-GmbH?

Die Gründung einer Trading-GmbH ist nichts für jeden Trader, da zusätzliche Kosten anfallen, die erst einmal verdient werden müssen. Als Kosten fallen zum einen die Gründungskosten und zum anderen die laufenden Kosten an. Die Gründungskosten sollte man allerdings nicht zu sehr berücksichtigen, da die GmbH im Idealfall über mehrere Jahre, sogar Jahrzehnte bestehen wird. Dennoch soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass sich die Gründungskosten auf 2.000 EUR bis 3.000 EUR belaufen. Die laufenden Kosten sind allerdings ein wichtiges Entscheidungskriterium, wenn man sich dazu entschließt, eine Trading-GmbH zu gründen. Erwirtschaftet man mittelfristig nicht die laufenden Kosten der Trading-GmbH, dann macht es auch keinen Sinn eine Trading-GmbH zu gründen.

Partnerschaft mit RIDE.Capital

Als Partnersteuerberater von RIDE.Capital möchte ich auf den einzigartigen Wertpapierverbuchungsservice hinweisen, der eine automatische Verbuchung der Wertpapiergeschäfte ermöglicht und sich ideal eignet um sich in der Trading-GmbH auf den Geschäftszweck zu fokussieren und nicht unnötige zeitlichen Ressourcen in die Buchhaltung zu stecken.